AllgemeinLandwirtschaft

Bayer beabsichtigt Monsanto zu übernehmen

Größter Übernahmedeal in der deutschen Firmengeschichte

Nachdem bereits vor einigen Tagen bekannt wurde, dass der deutsche Chemie- und Pharmariese Bayer beabsichtigt, den US-Saatgutspezialisten Monsanto zu übernehmen, wurden nunmehr auch Einzelheiten bekannt. So wurde seitens des Bayer-Konzerns bestätigt, dass das Übernahmeangebot bei 62 Milliarden Dollar liegt (55,3 Milliarden Euro). Sollte die Übernahme tatsächlich realisiert werden, dann wäre dieses nicht nur die „teuerste“ Übernahme in der Firmengeschichte des Konzerns, sondern nominell die teuerste Übernahme eines deutschen Unternehmens überhaupt.

Positive Gewinnentwicklung erwartet

Im Zuge der Übernahme beabsichtigt Bayer die Monsanto-Aktionäre bar auszuzahlen. Drei Viertel der Kaufsumme will sich der Konzern in Form von Krediten selbst beschaffen, ein Viertel sollen die bisherigen Bayer-Aktionäre in Form einer Kapitalerhöhung beisteuern. Allerdings dürfte es nicht ausbleiben, dass dieses den die finanziellen Spielräume des Unternehmens beeinträchtigt werden, etwas was von Investoren sicherlich nicht gerne gesehen wird. Darüber hinaus erhöht eine Kapitalerhöhung die Anzahl der Aktien. So verwundert es nicht, dass seit dem Bekanntwerden der Übernahmeabsicht die Bayer Aktien fast ein Zehntel ihres Wertes verloren haben. Bayer Chef Werner Baumann beruhigte allerdings die Anleger, indem er sich äußerte, dass der Bayer-Vorstand voll und ganz von der Sinnhaftigkeit der Offerte überzeugt sei. So erwartet Baumann, dass der Gewinn pro Bayer Aktie bereits im ersten Jahr nach der Integration um einen mittleren einstelligen Prozentsatz steige. Danach erwartet er ein zweistelliges Plus sowie jährliche Synergieeffekte in Höhe von 1,5 Milliarden Euro.

Weltmarktführer

Durch die Übernahme würde Bayer Weltmarktführer von Saatgut und Pflanzenschutz. Beide Unternehmen zusammen, also Bayer und Monsanto, würden gemeinsam ca. ein Viertel der weltweit verkauften Pflanzenschutzmittel absetzen. Für ein Zusammengehen spricht auch, dass Monsanto in den USA stärker aufgestellt ist, Bayer hingegen in Europa und Asien. Es wird erwartet, dass diese Konstellation eventuelle Bedenken der Wettbewerbshüter ausräumt.

Negative Schlagzeilenfield-196173_1280

Ein positiver Nebeneffekt der Übernahme wäre dann wahrscheinlich auch, dass der Name Monsanto aufgegeben wird und damit vielleicht aus den negativen Schlagzeilen verschwindet. So ist zum Beispiel das Unkrautvernichtungsmittel „Roundup“, das umsatzstärkste Monsanto-Produkt in die Schlagzeilen gekommen, weil seinen Wirkstoff Glyphosat angeblich krebserregend sein soll. Anmerkung hierzu: Roundup wird alleine in Deutschland auf 40 Prozent aller Felder eingesetzt.

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