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Übernahme von Kaiser’s Tengelmann soll personelle Konsequenzen haben

Wie die Westdeutsche Allgemeine Zeitung“ („WAZ) und das „Handelsblatt“ übereinstimmend berichten, beabsichtigt der Handelskonzern Edeka scheinbar nun doch nach der Übernahme der Supermarktkette Kaiser’s Tengelmann einen größeren Stellenabbau. Dieses steht im absoluten Widerspruch zu den bisherigen Aussagen des Konzerns, die im Vorfeld der Ministererlaubnis von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel getätigt wurden. Zur Erinnerung: Mit dieser Erlaubnis wurde im März dieses Jahres von Gabriel ein Nein des Bundeskartellamtes überstimmt, das die Übernahme aus wettbewerbsrechtlichen Gründen abgelehnt hatte. Allerdings war die Ministererlaubnis mit einer Reihe von Auflagen verbunden. Hierzu gehört unter anderem der Abschluss von Tarifverträgen mit den Gewerkschaften Verdi und Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), mit denen auch nach der Übernahme der Großteil aller Stellen gesichert werden soll.

NRW besonders getroffen

Laut den o. a. Zeitungsberichten sollen nach der vollzogenen Übernahme alleine in Nordrhein-Westfalen mehr als ein Drittel der Arbeitsplätze wegfallen. So soll zum Beispiel das Dienstleistungszentrum in Mülheim komplett geschlossen werden, ohne dass dabei den dortigen über 400 Mitarbeitern eine Weiterbeschäftigung angeboten werden soll. Auch eine Reihe von Filialen soll geschlossen werden. Zwar sollen von den 129 Kaiser’s-Tengelmann-Filialen in Nordrhein-Westfalen 61 Filialen auf das Format des Edeka-Discounters Netto umgestellt werden und weitere 29 Filialen nach Edeka übergeleitet werden, aber für die Beschäftigten der restlichen Filialen sollen keine Arbeitsplätze angeboten werden.

Politiker reagieren mit Empörung

Wie zu erwarten haben eine Reihe von Politiker auf die Berichte mit Empörung auf die Berichte reagiert. So äußerte zum Beispiel die stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Gitta Connemann, dass die Überlegungen von Edeka sein „Schlag ins Gesicht der Beteiligten“ seien. Die wettbewerbspolitische Sprecherin der Grünen, Katharina Dröge, wird vom „Handelsblatt“ wie folgt zitiert: „Ich hätte nicht erwartet, dass Edeka so kurzfristig Stellenstreichungen ankündigt und Gabriel damit vorführt.“

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