AllgemeinVorstellung

Freispruch für Jürgen Fitschen und Co

Gericht sieht keine Schuld

Wie von vielen Prozessbeobachtern erwartet, wurden der Co-Chef der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen sowie vier ehemalige Top-Manager der Deutschen Bank, darunter auch Josef Ackermann, vom Landgericht München vom Vorwurf einer Falschaussage frei gesprochen. So wie sich der Vorsitzende Richter Peter Noll in seiner Urteilsbegründung äußerte, sehe das Gericht die Tatvorwürfe der Staatsanwaltschaft als unbegründet an. Diese will nun prüfen, ob sie Revision einlegt.
Nur Josef Ackermann äußerte sich
Von den Angeklagten äußerte sich nur Josef Ackermann, der ehemalige Chef der Deutschen Bank, in einem Schlusswort vor der Urteilsverkündung. „Die Staatsanwaltschaft folge einem unzutreffenden, von Unterstellungen und Spekulationen geleiteten Bild“, so sagte er. Die anderen Angeklagten sagten lediglich, dass sie sich den Worten ihrer Verteidiger anschließen, die bereits vor einer Woche auf Freisprüche plädiert hatte. Hingegen hatte die Staatsanwaltschaft für Josef Ackermann und Rolf Breuer (gleichfalls ehemaliger Chef der Deutschen Bank) mehrjährige Gefängnisstrafen gefordert, für Fitschen eine Bewährungsstrafe und eine Geldbuße. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft sollen sich die Angeklagten abgesprochen haben, vor fünf Jahren vor dem Oberlandesgericht München falsch auszusagen, um Deutsche Bank vor Schadenersatz-Zahlungen für die Pleite des Medienkonzerns Kirch bewahren. Dieser Vorwurf wurde von den Angeklagten energisch zurück gewiesen.

Kirch-Pleite

Hintergrund: Der 2011 gestorbene Medienunternehmer Leo Kirch hatte Rolf Breuer und die Deutsche Bank zeitlebens für den Zusammenbruch seines Konzerns verantwortlich gemacht, weil dieser sich Anfang 2002 in einem Fernsehinterview kritisch über die Kreditwürdigkeit der Kirch-Gruppe geäußert hatte. Der Vorsitzende Richter Peter Noll zeigte sich aber davon überzeugt, dass Breuer den Medienmogul Leo Kirch mit seinem Interview nicht absichtlich habe schädigen wollen. Dieses allerdings unbeachtet dessen, dass Leo Kirch nur wenige Wochen nach dem Interview Insolvenz anmelden musste und versuchte in einer Reihe von Prozessen die Deutsche Bank verantwortlich zu machen. Nach seinem Tod einigten sich jedoch seine Erben mit der Deutschen Bank auf einen Vergleich in Höhe von 925 Millionen Euro.

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