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Führungswechsel bei der Deutschen Bank

Das was das „Wall Street Journal“ vorab vermeldete, ist nun tatsächlich eingetreten: Die beiden Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bank, Anshu Jain und Jürgen Fitschen, werden ihre Ämter aufgeben. Dieses teilte die Deutsche Bank nach einer am 07. Juni 2015 kurzfristig einberufenen außerordentlichen Aufsichtsratssitzung mit. Dem Vernehmen nach sollen die beiden Spitzenmanager dem Aufsichtsrat selbst angeboten haben, ihre Ämter niederzulegen. Nachfolger an der Spitze des Bankhauses soll der 54-jährige Brite John Cryan werden, der bereits seit 2013 Aufsichtsratsmitglied der Deutschen Bank ist. Als solcher hat er auch zurzeit die Funktion des Vorsitzenden des Prüfungsausschusses inne und ist Mitglied des Risikoausschusses. Den Vorstandsvorsitz wird sich John Cryan, der von 2008 bis 2011 Finanzvorstand der USB war, vorläufig noch mit Jürgen Fitschen teilen. Dieser soll noch bis zur Hauptversammlung 2016 im Amt bleiben, aber dann keinen Nachfolger mehr erhalten. Dieses bedeutet de facto, dass John Cryan ab diesem Zeitpunkt der alleine Vorstandsvorsitzende des Frankfurter Bankhauses sein wird. An den Leistungen der bisherigen Vorsitzenden Anshu Jain und Jürgen Fitschen wurde schon seit einiger Zeit Kritik geäußert. Ihnen wird u. a. vorgeworfen, dass es ihnen nicht gelungen ist, neue Standards für ein sauberes, ethisches Verhalten in dem Finanzkonzern zu etablieren. Erschwerend kommt hinzu, dass die Deutsche Bank bereits seit einigen Monaten im Fokus diverser Ermittlungen und Strafverfahren der US-Behörden steht. So soll es zum Beispiel Manipulationen von Zinssätzen und beim Handel mit CO2-Zertifikaten gegeben haben. Hier wurden bereits hohe Strafen gezahlt, weitere sollen angeblich noch folgen. So wie das „Wall Street Journal“ berichtet, wird von den US-Behörden auch wegen fragwürdige Geschäfte beim Verkauf von mit Hypotheken auf Wohnimmobilien abgesicherten Wertpapieren (RMBS Residential Mortgage Backed Securities) ermittelt. Diese Ermittlungen sollen sich allerdings nicht nur gegen die Deutsche Bank, sondern angeblich auch gegen andere Großbanken wie Goldman Sachs, Morgan Stanley, Barclays, Credit Suisse, Royal Bank of Scotland und UBS) richten. Die Nachricht über den Führungswechsel bei der Deutschen Bank wurde von der Frankfurter Börse positiv aufgenommen.

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