Immobilien

Immobilienabgaben und Steuern

Die Grundsteuer

Wichtige kommunale Einnahmequelle

Die Grundsteuer ist in Deutschland neben dem Gemeinde­anteil an der Einkommen­steuer und der Gewerbe­steuer die wichtigste steuerliche Einnahme­quelle der Kommunen. In den letzten zehn Jahren explodierte das Aufkommen um über 30 Prozent und betrug im Jahr 2014 knapp 12,8 Mrd. Euro. Die steigenden Belastungen bekommen Eigentümer und Mieter zu spüren, denn sie verteuern das Wohnen http://russianbridesdating.net/.

Entwicklung der Einnahmen aus der Grundsteuer 2000 bis 2014 (in Mrd. Euro)

entwicklung einnahmen grundsteuer
Quelle: Bundesfinanzministerium

Reformbedarf

Die Grundsteuer muss reformiert werden: Zurzeit wird die Steuer in den alten Ländern auf Grundlage der Einheitswerte aus dem Jahr 1964 erhoben, für die wiederum die Preis­verhält­nisse des Jahres 1958 entscheidend waren. In den neuen Ländern wird mit Werten aus dem Jahr 1935 gearbeitet. Laut Gesetz hätten die Einheits­werte alle sechs Jahre angepasst werden müssen, was aufgrund des hohen Verwaltungs­aufwandes unter­blieben ist. Diese Werte spiegeln, auch wenn sie mit den Jahren fort­geschrieben wurden, nicht die Entwick­lungen wider, die es am Immobilien­markt gegeben hat.Das Bundes­verfassungs­gericht prüft gegen­wärtig die Ermittlung der Bemessungs­grundlage auf ihre Verfassungs­mäßigkeit. Im Mittel­punkt steht die Frage, ob die Grund­steuer in ihrer jetzigen Form dem Grundsatz gerecht wird, dass Grundbesitz innerhalb einer Gemeinde gleich zu behandeln ist. Da sich der Haupt­fest­stellungs­zeitraum inzwischen über mehrere Jahr­zehnte erstreckt, ergeben sich derzeit zwischen den Grundstücken einer Gemeinde Bewertungs­unterschiede. Da diese Differenzen bei der Bemessungs­grundlage weder durch die Steuer­messzahl noch durch den Grundsteuer­hebesatz ausgeglichen werden, liegt ein Verstoß gegen das Ziel einer folge­richtigen Besteuerung vor.

In die seit Jahren festgefahrenen Verhandlungen der Bundes­länder über eine Reform der Grund­steuer ist inzwischen Bewegung gekommen: Mit Ausnahme von Bayern haben sich die Länder im Grundsatz auf eine Reform verständigt. Es wurden bisher allerdings weder ein einheit­liches Bewertungs­ziel noch ein konkreter Bewertungs­maßstab festgelegt.

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2 comments

  1. Timo 16 Juni, 2016 at 07:45

    Wer ein Grundstück, ein Haus oder eine Wohnung besitzt, muss jedes Jahr Grundsteuer zahlen. Im Schnitt sind es 350 Euro, doch die Unterschiede sind sehr groß. Der Steuersatz hängt zunächst vom Wert der Immobilie ab, der aber nach einem sehr veralteten Verfahren bestimmt wird. Je nach Nutzung der Immobilie wird der Wert dann mit einer Messzahl multipliziert. Schließlich kommt der Hebesatz drauf, den jede Stadt unterschiedlich ansetzt.

  2. Franz 28 Juni, 2016 at 07:49

    Diese laufenden Kosten sollten vor dem Erwerb einer Immobilie unbedingt berücksichtigt werden. Denn wer hohe Hypothekenzahlungen leisten muss, kommt sonst eventuell sehr knapp mit dem Geld.

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