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Lebensversicherer fürchten nicht nur die Niedrigzinsen, sondern auch eine Zinswende

Das Ergebnis einer Studie der Bundesbank könnte zur Verunsicherung bei den deutschen Lebensversicherern führen. So sehen Experten die Stabilität der Versicherer in Gefahr weil befürchtet wird, dass die hohen Zinsversprechungen, die in früheren Jahren an Kunden gegeben wurden, nicht mehr eingehalten werden könnten. Nachdem sich auch die Finanzaufsicht BaFin in gleicher Sache geäußert hat, haben nunmehr auch internationale Organisationen wie zum Beispiel die OECD und der Weltwährungsfonds IWF Alarm geschlagen. Diese befürchten Insolvenzen von einigen deutschen Lebensversicherern, wenn die Niedrigzinsphase weiter anhalten sollte. Aber nicht nur die Niedrigzinsen sind eine Gefahr für die Versicherer, sondern auch ein plötzlicher Zinsanstieg könnte zu Problemen führen. Dieses zumindest zeigt eine Studie der Deutschen Bundesbank. In dieser Studie wurde anhand von Daten aus den Jahren 2005 bis 2013 untersucht, ab welchem Zinsniveau es für die ca. 60 größten deutschen Versicherer gefährlich würde. Dahinter steckt die Annahme, dass bei stark steigenden Zinsen viele Kunden, die in jüngerer Zeit eine Lebensversicherung mit schlechten Verzinsungszusagen abgeschlossen haben, diese wieder kündigen würden, wenn sie in bei Banken aufgrund eines höheren Zinsniveaus sofort von den gestiegenen Zinsen profitieren könnten. Die Versicherer hingegen könnten nicht sofort mit höheren Zinszusage reagieren, weil sie sich in der noch anhaltenden Niedrigzinsphase vor allem auf Wertpapiere mit langen Laufzeiten gestützt haben und immer noch stützen, um überhaupt noch Zinsen zu bekommen. Sollte das allgemeine Zinsniveau nun deutlich steigen, so wäre die Folge, dass die Versicherer auf den alten, schlecht verzinsten Papieren sitzen bleiben würden, die dann für sie an Wert verlieren. Das Ergebnis der Studie: bei einem Zinsanstieg von mehr als 2,1 Prozent würde eine Reihe von deutschen Lebensversicherern in Schwierigkeiten geraten, weil bei einem Anstieg in dieser Größenordnung deren Kapitalpuffer aufgebraucht wäre. So verwundert es nicht, dass das Ergebnis der Studie, nicht nur bei den Lebensversicherern, sondern auch bei Wirtschaftspolitkern für Unruhe sorgt. Die Studie wurde zwar bereits Ende Juni veröffentlicht, zeigt ihre Wirkung in der Politik aber erst jetzt.

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