Niedrigster Ölpreis seit elf Jahren

Zu Beginn der Woche ist der Ölpreis auf ein Rekordtief gesunken und damit auf den niedrigsten Stand seit elf Jahren angekommen. So verbilligte sich die für den Ölpreis oft richtungsweisende Sorte Brent zum Wochenbeginn auf 36,17 US-Dollar pro Barrel. Die US-Sorte WTI wurde mit 34,40 Dollar notiert und lag damit etwas höher als bei ihrem historischen Tief Ende vergangener Woche: Damit haben die beiden Sorten hingegen etwas über ihrem Tief vom Freitag. Die Preise der beiden wichtigen Sorten haben damit seit eineinhalb Jahren um mehr als zwei Drittel nachgegeben.

Gründe für den Preisverfall

Den Grund für den immer weiter sinkenden Ölpreis sehen Experten in einer Reihe von Gründen, die sich summieren. Hauptsächlich dürfte das ständig wachsende Überangebot an dem schwarzen Gold für den Preisverfall verantwortlich sein. So läuft die Ölproduktion in den Vereinigten Staaten durch die rückläufige Förderung von Schieferöl auf Hochtouren, Russland fördert so viel Erdöl wie seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion nicht mehr und auch die Förderquoten der OPEC-Staaten nähern sich Rekordwerten. Anders als in früheren Jahrzehnten scheinen die OPEC-Staaten die Preise nicht mit Förderkürzungen stabilisieren. Auch der Iran fördert aktuell durch die bevorstehende Lockerung von Sanktionen auf Grund der Einigung im Atomstreit wieder mehr Öl. Nicht zu vergessen ist als einer der Ursachen für den niedrigen Ölpreis auch der Dollar, der nach der Zinsanhebung der US-Notenbank zugelegt hat.

Wie sieht die weitere Entwicklung aus?

Ob von dem niedrigen Ölpreisauch hierzulande auch die Autofahrer profitieren bleibt abzuwarten, denn die Mineralölkonzerne geben den niedrigen Ölpreis nur zögerlich weiter. Zwar liegen die Benzinpreise aktuell zum Teil unter 1,30 Euro pro Liter, aber so mancher Autofahrer erinnert sich noch an das Jahr 2004. Seinerzeit stellte sich der Ölpreis ähnlich niedrig wie jetzt, aber damals waren für einen Liter Benzin im Jahresdurchschnitt nur 1,15 Euro zu zahlen. Insgesamt gesehen bleibt aber abzuwarten, wie sich der Ölpreis im nächsten Jahr weiter entwickeln wird. Hier sind sich die Experten uneinig. Während einige Experten auf Grund steigernder Lagerbestände einen weiteren Rückgang erwarten, sprechen andere wiederum von einem deutlichen Anstieg.

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