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Rendite 10-jähriger Bundesanleihen unter Nullwert

Bundesanleihen sind sehr gefragt

Verkehrte Welt. Erstmals seit es Bundesanleihen gibt, sind die Renditen für zehnjährige Anleihen in Minus gerutscht. So sind diese Anleihen am Finanzmarkt zurzeit so gefragt, dass am 14. Juni 2016 der Zinssatz auf ein Minus von 0,03 Prozent fiel. Es scheint so, dass die Anleger mittlerweile bereit sind, für die Bundesanleihen Gebühren zu zahlen anstelle Zinsen zu erhalten, nur um diese zu erhalten. Zwar fielen die Renditen für Staatsanleihen mit einer zehnjährigen Laufzeit auch in vielen weiteren europäischen Ländern – zum Beispiel auch in Österreich und den Niederlanden, wo die Renditen nur knapp über der Nullmarke lagen – aber Deutschland ist in der Eurozone das einzige Land mit einer negativen Rendite bei diesen Papieren. Auch in den USA sind die Renditen für Staatsanleihen mit einer zehnjährigen Laufzeit stark unter Druck.

Angst vor einem Brexit

Den Grund für den „Negativrekord“ sehen Analysten die Angst vieler Anleger vor einem Brexit, also vor einem möglichen britischen Austritt aus der EU. So sagte der Chefvolkswirt der Dekabank, Ulrich Kater, dass es die Unsicherheiten um einen möglichen Brexit sind, die die Investoren dazu bringen, in sicheren Bundesanleihen zu investieren. Der Dekabank-Experte Ulrich Kater sieht aber nicht nur alleine die Angst vor einem britischen Austritt aus der EU als Ursache, sondern auch die nach seinen Worten ultralockere Geldpolitik führender Notenbanken. Klaus Wiener, der Chefvolkswirt des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) nennt die aktuelle Entwicklung für ein trauriges Kapitel im europäischen Anleihenmarkt. Auch warnt er mit Stabilitätsfolgen, denn nach seiner Ansicht drohen mit einer späteren Normalisierung
des Zinsniveaus enorme Belastungen sowohl für die Konjunktur als auch für die Finanzmärkte.

Devisen sind begehrt

Neben Bundesanleihen mit einer zehnjährigen Laufzeit gilt zurzeit der Devisenmarkt für viele Anleger als „sicherer Hafen“. Auf diesem haben der Schweizer Franken, der japanische Yen und der US-Dollar stark zugelegte. Auch der Goldpreis verzeichnet einen deutlichen Anstieg.

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