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Riester-Rente in erneuter Kritik

Führende Wirtschaftsforscher zweifeln an der  Effizienz der Riester-Rente

Um die Rister-Rente gab es in der Vergangenheit schon viele Diskussionen. Sowohl Unterstützer dieses Modells als auch Kritiker lieferten dabei immer wieder Argumente für ein Pro und Kontra. Nunmehr haben sich auch führende Wirtschaftsforscher zu Wort gemeldet und gefordert, die staatlich subventionierte Rente abzuschaffen und diese durch andere Formen der Sparförderung zu ersetzen. So äußerte sich zum Beispiel der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin „Spiegel“ dahingehend, dass nach seiner Ansicht die Riester-Rente hochgradig ineffizient sei. So würde ein großer Teil der Rentenbeiträge für Provisionen und Verwaltung aufgezehrt. Im gleichen Sinne äußerte sich – gleichfall im „Spiegel“ – Clemens Fuest, der künftige Chef des Ifo-Instituts. Seiner Meinung nach würden durch die Rister-Rente nur die Ersparnisse von Leuten subventioniert, die sowieso sparen. Infolge dessen sei dieses lediglich eine Umverteilung zugunsten der Gutverdienende und Finanzdienstleister. Als Ersatz für die Riester-Rente schlägt der Würzburger Wirtschaftsprofessor Peter Bofinger vor, eine Staatsanleihe mit ein bis zwei Prozentpunkten Zinsaufschlag aufzulegen. Dieses aber nur für Sparer, die in diese Anleihe nutze, um in die private Altersvorsorge investieren. Finanziert werden sollten die Zinsen dann zum Teil mit Haushaltsüberschüssen, die der Staat zurzeit unter anderem auch aufgrund der Niedrigzinsen erziele.

Relativ geringes Privatvermögen der Deutschen

Im Zusammenhang mit den obigen Interviews schreibt der „Spiegel“, dass die Bundesdeutschen im europäischen Vergleich nur über relativ geringe Privatvermögen verfügen. Dabei beruft sich das Nachrichtenmagazin auf eine bisher noch unveröffentlichte Studie der Bundesbank. Bereits eine ältere Studie, die im Auftrag der Europäischen Zentralbank (EZB) durchgeführt wurde, hat ergeben, dass mittlere deutsche Haushalte über wesentlich weniger Vermögen verfügten als die entsprechenden Haushalte in Ländern wie zum Beispiel Frankreich, Spanien und Italien. Ein mittlerer Haushalt in Deutschland bringt es auf etwa 50.000 Euro, in Frankreich ist es doppelt so viel. In Italien und Spanien sogar mehr als das Dreifache. Dieses erstaunt insofern, weil die Sparquote der Deutschen mit knapp über 27 Prozent zu den höchsten in Europa gehört.

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