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Steht eine Fusion zwischen dem Verlag Axel Springer und ProSiebenSat.1 bevor?

Steht eine Mega-Fusion auf dem deutschen Medienmarkt bevor? Laut Berichten der Nachrichtenagenturen Reuters und Blomberg planen der Verlag Axel Springer und der TV-Konzern ProSiebenSat.1 angeblich einen Zusammenschluss. Damit würde der deutsche Medienmarkt weiter in Bewegung geraten. Allerdings halten sich beide Konzerne bislang mit Kommentaren zu diesem Thema zurück. Namentlich nicht genannte Insider bestätigen hingegen, dass es tatsächlich solche Pläne gäbe. Auch die Großaktionärin des Verlags Axel Spinger, Friede Springer, sei angeblich über die Gespräche unterrichtet worden. Da auch das „Wall Street Journal“ das Thema aufgegriffen hat, scheint ein Zusammenschluss der beiden Medienriesen wohl tatsächlich mehr als nur ein Gerücht zu sein. Ein weiteres Indiz ist auch der Aktienmarkt, der auf die Gerüchte sofort reagiert hat. So sprangen die Springer-Aktien im nachbörslichen Handel bei Lang & Schwarz im Vergleich zum Schlusskurs am 06. Juli 2015 im Xetra-Hauptgeschäft um drei Prozent nach oben. Die ProSiebenSat.1 Aktien sogar vier Prozent. Sollte es zu einer Fusion kommen, so wäre ProSiebenSat.1 wahrscheinlich der Seniorpartner, denn der aktuelle Marktwert des Konzerns liegt bei ca. 9,7 Milliarden Euro, der des Axel Springer Verlags bei ca. 5 Milliarden Euro. Dagegen spricht jedoch, dass ProSiebenSat.1 seit die Finanzinvestoren KKR und Permira ihre Anteile an dem Konzern komplett an die Börse brachten, keine dominierenden Aktionäre mehr hat. Allerdings dürften vor einer Fusion – sofern eine solche wirklich beschlossen werden sollte – noch kartellrechtliche Hürden zu überwinden sein. Bereits vor zehn Jahren haben die beiden Konzerne über einen Zusammenschluss verhandelt, der Plan scheiterte jedoch am Veto des Kartellamts, der Medienaufsicht, sowie der Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK). Damals hatten diese Institutionen Bedenken gegen eine allzu große Markt- und Meinungsmacht als Folge einer Fusion. Allerdings könnte es diesmal anders ausgehen, denn in 2014 gewann der Verlag Axel Springer einen jahrelangen Rechtsstreit gegen die KEK. Infolge dessen stellte das Bundesverwaltungsgericht fest, dass eine Übernahme von Sat1 medienrechtlich unbedenklich gewesen wäre.

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