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Strafverfahren gegen Ex-Porsche-Chef Wedeking eingeleitet.

Der Ex-Porsche-Chef Wendelin Wedeking und der frühere Porsche Finanzvorstand Holger Härter müssen sich vor Gericht verantworten. Beiden wird eine Marktmanipulation im Zusammenhang mit der gescheiterten VW-Übernahme durch Porsche vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft wirft Wedeking und Härter vor, dass sie den Finanzmarkt zwischen 2009 und 2009 nicht ausreichend über die Pläne Porsches zum VW-Einstieg informiert haben sollen. So haben beide im Jahr 2008 mehrfach gegenüber der Finanzwelt dementiert, dass Porsche VW übernehmen wolle und dabei 75 Prozent des VW-Anteils anstrebe. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft sollen Wedeking und Härter aber genau dieses angestrebt haben. Wie erwartet, weisen Wedeking und Härter die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft zurück. Dieses sicherlich nicht ganz ohne Aussicht, denn zwar stehen die beiden schon seit Jahren im Fokus der Ermittler, doch von dem Bündel der anfänglichen Anschuldigungen ist nicht mehr viel übrig geblieben. So ließ die Staatsanwaltschaft auch bereits den Vorwurf der Untreue fallen. Allerding wurde Härter im Zusammenhang mit dem Übernahmeszenario bereits wegen Kreditbetrugs zu einer Geldstrafe verurteilt. Sollte sich die Staatsanwaltschaft mit den neuerlichen Vorwürfen nunmehr bei Gericht durchsetzen, drohen Wedeking und Härter bei einer Verurteilung eine Geldstrafe oder sogar bis zu fünf Jahren Haft. Der erste Verhandlungstermin soll am 31. Juli dieses Jahres staatfinden. Allerdings ist nach Angaben des Landgerichts Stuttgart eine Entscheidung über Sachverständige und Zeugen, die im Prozess auftreten sollen, noch nicht gefallen. Zusätzlich ermittelt die Staatsanwaltschaft in Sachen Marktmanipulation auch gegen den gesamten früheren Aufsichtsrat der Porsche SE. Zu diesem gehörten seinerzeit unter anderem der VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch und dessen Cousin Wolfgang Porsche. So wie die Staatsanwaltschaft verlauten lässt, wertet sie derzeit die Stellungnahmen der Anwälte aus und will im Sommer entscheiden, ob sie Anklage erheben wird. Im Zusammenhang mit dem Manipulationsvorwurf haben auch zahlreiche Investoren, darunter auch viele Hedgefonds aus den US, die Porsche Holding SE mit Klagen überzogen, weil sie sich über die Übernahmepläne falsch informiert fühlen und nunmehr Schadensersatz fordern. Vier Klagen dieser Klagen wurden jedoch bereits von den Landgerichten Stuttgart und Braunschweig abgewiesen.

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