AllgemeinVorstellung

VW verschiebt seine Hauptversammlung

Auch die Jahrespressekonferenz wird verschoben

Sowohl Hauptversammlungen als auch Jahrespressekonferenzen sind Veranstaltungen, auf die sich Konzerne in der Regel monatelang vorbereiten und auf die viele Aktionäre und Finanzexperten oft mit Spannung warten. Dabei handelt es sich um bereits lange im Vorfeld fest fixierte Termine, die nur äußerst selten verschoben werden. Wenn ein solches geschieht, muss es in der Regel ganz besondere Gründe hierfür geben. So verschob zum Beispiel die Deutsche Bank im vergangen Jahr das erste Mal in ihrer jüngeren Geschichte ihre Jahrespressekonferenz in das nächste Quartal. Als Grund wurde seinerzeit angeführt, dass man sich noch Zeit nehmen wollte, um eine neue Konzern-Strategie zu verkünden. Nun ist eine solche Verschiebung (wie schon von einigen Insidern erwartet) auch bei Volkswagen eingetreten. So gab Volkswagen bekannt, dass man sowohl die Hauptversammlung als auch die Jahrespressekonferenz um ca. vier bis sechs Wochen verschieben werde. Die diesjährige Hauptversammlung war ursprünglich für den 21. April angesetzt, die Jahrespressekonferenz, bei der auch der Jahresabschluss präsentiert werden sollte, war für den 10. März vorgesehen.

Gründe für die beiden Verschiebungen

 Laut Volkswagen liegt der Hauptgrund für die beiden Verschiebungen in den noch „offenen Fragestellungen im Zusammenhang mit den Folgen des Abgasskandals und den daraus resultierenden Bewertungsfragen“. Einzelheiten hierzu wurden allerdings vom VW-Konzern nicht bekannt gegeben. Hintergrund: Volkswagen muss elf Millionen Dieselautos zurück rufen und hat schon vergangenen Herbst zugegeben, bei Stickoxid-Abgasmessungen mit Hilfe einer Software manipuliert zu haben. Darüber hinaus sieht sich der Konzern einer Vielzahl von Klagen und Schadensersatzforderungen in Europa und in den Vereinigten Staaten gegenüber. Dieses vor allen Dingen in den USA wo auch hohe Strafen seitens der Behörden drohen.

Rückstellungen werden wohl nicht ausreichen

Bereits vor Monaten hat Volkswagen 6,7 Milliarde Rückstellungen für Rückrufe eingestellt und auf Grund dessen einen Quartalsverlust von mehreren Milliarden Euro verzeichnen müssen. Wie hoch der am Ende tatsächlich eintretende Gesamtverlust (ohne die durch den Skandal rückläufigen Verkaufszahlen) tatsächlich sein wird, lässt sich nicht voraussagen. Kenner der Sachlage gehen allerdings davon aus, dass die bisherige Rückstellung in keinster Weise ausreichen wird.

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